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Wir ziehen in den Frieden

Dec 19

Dass auch hundert Jahre nach der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und auch noch weit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Erinnerung an menschliches Handeln und Leiden nicht nur wichtig ist, sondern immer noch sehr berührend sein kann, zeigten am Mittwoch, den 05.12.2018, die Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen (9c, 10a und 10b) in der gut besetzten Aula der Ida-Purper-Schule.

Nicht nur ihren Eltern und Mitschülern präsentierten sie auf vielschichtige und zum Teil sehr bewegende Art und Weise, wie intensiv sie sich mit der deutschen und europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert auseinandergesetzt hatten.

Dazu berichteten sie von ihrer dreitägigen Exkursion (vom 19.-21-09.2018), die sie mit den Lehrern Detlef Stahl, Karl-Heinz Kämmerer, Michael Ozimek und Heike Holtermann und in Begleitung des Schulelternsprechers, Herrn Gerd Pälzer, sowie Herrn Wilfried Ulrich, Diakon und Jugendreferent im Kirchenkreis Obere Nahe, in Straßburg, Verdun und dem Konzentrationslager Natzweiler-Struthof verbrachten. Darüber hinaus unterstützte auch die Schulsozialarbeiterin, Frau Jeanette Hombrecher sowohl Betreuer als auch Schüler, was sich als absolut gewinnbringend und notwendig erwies.

Gerade die unmittelbaren und ungefiltert vermittelten Eindrücke im Konzentrationslager machten trotz intensiver Vorbereitung durch den Religions- und Geschichtsunterricht und die thematische Einführung bzw. begleitende Reflexionsphasen durch Herrn Ulrich eine noch intensivere emotionale Aufarbeitung vor Ort nötig. Das bestätigten auch Heike Holtermann und Michael Ozimek als hauptverantwortliche Organisatoren dieser Exkursion.

Alle Teilnehmer dieser wertvollen Fahrt betrachteten die Eindrücke während dieser drei Tage als Gewinn und mehr als sinnvolle Ergänzung zum Unterricht in der Schule. Somit haben die außerschulischen Lernorte in Verdun, dem Fort Mutzig oder dem ehemaligen Konzentrationslager ihre Wirkung auch in puncto Nachhaltigkeit vollends erfüllt.

Das zeigten die Jugendlichen bei ihrer etwa einstündigen Veranstaltung, in der sie ihre Erlebnisse mit Hilfe von Powerpoint-Präsentationen, Erfahrungsberichten, Liedern wie „Leben“ von PUR und eigenen Gedichten auf beeindruckende und einfühlsame Weise vorstellten. Wohlwollend nahmen dies auch Frau Christine Enders (als Vertreterin der Kreisverwaltung), Herr Leonard Stiebitz (Kreissparkasse Birkenfeld) und Herr Frank Schnadthorst für das Ministerium für Bildung zur Kenntnis. Zusammen hatten sie und die Stadtverwaltung durch ihre großzügige Unterstützung dafür gesorgt, dass die Teilnehmerinnen bzw. deren Eltern nur wenig finanziell belastet wurden. Dies ist nicht zuletzt auch dem Bundesprojekt Demokratie Leben zu verdanken. Der Landkreis Birkenfeld hat dieses Projekt 2017 im Landkreis eingeführt und seit dieser Zeit profitieren davon alle AntragstellerInnen. Die lokale Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Birkenfeld – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit wird im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Weitere persönliche Eindrücke konnten die Gäste im Anschluss an das offizielle Programm, durch das Felix Adam (10a) nach der Begrüßung durch die Schulleiterin, Simone Busch, gekonnt und mit dem nötigen Respekt vor den Opfern des Holocaust führte, in Form einer Ausstellung in der Aula der Ida-Purper-Schule betrachten.

Neben der einmündigen Feststellung aller Begleiter, dass alle Schülerinnen und Schüler während des emotionalen Ausflugs ein stets vorbildliches und der Thematik angemessenes Verhalten gezeigt haben, blieb auch im Gedicht des Zehntklässlers Kalif Kadj die Frage, ob wir aus der Geschichte lernen oder ob der Mensch weitere Kriege brauche, jedoch nur kurz offen.

Mit dem Lied von Udo Lindenberg „Wir ziehen in den Frieden“ und einem eindeutigen Bekenntnis zu den Werten unseres Grundgesetzes beantworteten die Jugendlichen diese Frage und luden alle Gäste noch zum Verweilen und angeregten Austausch ein.

Wir ziehen in den Frieden…

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